Das Timing war sicher nicht glücklich. Am heißesten Wochenende des Jahres sollte der 24h-Lauf im Rahmen des Burginsellaufs in Delmenhorst steigen. Es sollte das heißeste Wochenende des Jahres werden und damit die ultimative Herausforderung für unsere Ultraläufer.
Sich über 24 Stunden zu bewegen und so viel Strecke wie möglich zu laufen ist für die meisten Menschen schon unvorstellbar. Bei 35 Grad im Schatten fiel der Startschuss um Samstagmittag um 12:00 Uhr.
Unser Team bestand aus der Mindestanzahl von drei Läufern. Für eine realistische Chance auf die Mannschaftsmedaille mussten alle drei an ihre persönlichen Bestleistungen ranlaufen. Aber so ein langer Lauf ist ein Stück weit unberechenbar.
Die drei Musketiere Benji, Andi und Tommy haben sich zwar akribisch vorbereitet und einen ganzen Wohnwagen mit Verpflegung nach Delmenhorst gefahren. Zudem unterstützen mit Hendrik und Andis Bruder Michael gleich zwei Personen unser Team an der Strecke. Die Regie hat bei solchen Ultraläufen aber meistens andere Pläne.
Die ersten Runden liefen unsere Ultras trotz der Hitze recht zügig und hielten in der Spitzengruppe mit. Wer einigermaßen konstant laufen will, muss sich gut verpflegen und angemessen hydrieren. Trotzdem gilt das Ultra-Gesetz „Irgendwas ist immer“. Eine „Akklimatisierung“ an 35 Grad Außentemperatur ist zudem schwierig bis unmöglich.
Benji kam mit den Bedingungen am besten klar und reihte sich an der Gesamtposition 2 ein. Er hat die meiste Erfahrung im Ultralaufen, was man während des Laufs bei jedem Schritt beobachten konnte. Andi und Tommy legten mehr Pausen ein und hatten mit den brutalen Bedingungen zu kämpfen. Doch 24 Stunden sind lang.
Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es endlich angenehmer zu laufen und die Ultras trotteten mit Stirnlampe durch die Nacht auf der 1,34 Km langen Runde. So manche Teilnehmenden nutzten die Nacht für eine Schlafpause oder zumindest einen Powernap. Am Morgen hielt der Wettergott dann eine besondere Überraschung bereit: das Rennen wurde aufgrund eines Gewitters für mehr als 2 Stunden unterbrochen.
Das gemeinsame Warten in der Turnhalle zehrte nicht nur an den Nerven. Der Rhythmus war natürlich weg und das Wiederanlaufen nach der Pause fiel auch unseren Jungs sehr schwer. Die Zeit wurde gemäß Reglement nicht angehängt, so dass das Rennen regulär um 12:00 Uhr am Sonntagmittag beendet wurde.
Bis die erlösende Glocke ertönte, war es nochmal ein Stück richtig harte Arbeit für unser Team. Benji konnte den 2. Gesamtplatz halten und knackte kurz vor Schluss sogar noch die 200 Km-Marke. Andreas und Tommy holten nach der Regenpause nochmal alles raus und hatten mehr als 150 Km in der Endabrechnung stehen.
- Benjamin Brade – 204 Km – Gesamtplatz 2 – M40 AK-Platz 2
- Thomas Kirstein – 158 Km
- Andreas Hentze – 157 Km – M45 AK-Platz 3
In Summer erlief unser Team 518 Km und damit den 2. Platz in der Mannschaftswertung. Was für ein tolles Ergebnis! Damit holt der ASV Zeuthen zwei weitere Medaillen bei einer Deutschen Meisterschaft. Wir könnten nicht stolzer sein.
Ohne die Supporter Hendrik und Michael wäre diese Leistung nicht möglich gewesen. Wir verneigen uns auch vor deren Einsatz und Engagement. Und wie immer gilt: nach dem Ultra ist vor dem Ultra. In diesem Jahr folgen noch die Deutschen Meisterschaften im 6h- und 100 Km-Lauf.
