von Anja Kühne
Nach dem großen Abenteuer 33.3 Ultraswim Montenegro im vergangenen Jahr sollte es auch in 2025 etwas Besonderes für uns geben.
Dafür hatten wir uns das bekannte Schwimmfestival TrygFonden Copenhagen Swim am letzten Augustwochenende 29./30.08.2025 ausgesucht. Dieses Event gibt es seit 2006 und es wird quasi in den Kanälen um das Regierungsviertel/Christiansborg herumgeschwommen.
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ie Kanäle (Inderhavnen, Slotsholmskanal und Frederiksholmskanal) sind normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zum Schwimmen zugelassen.
Das macht dieses Event zu einem besonders einzigartigen Erlebnis. Eine Runde misst 2000m.
Und weil ja eine Runde quasi keine Runde ist, haben wir uns für die lange Version von 5 Runden und insgesamt 10000m entschieden! Tja und weil Familie Kühne gern das gesamte Paket bucht, nahmen wir auch noch das vorabendliche Nachtschwimmen mit.
Hierbei schwimmt man die 2000m Runde nach Sonnenuntergang mit einem LED-Licht in der Schwimmboje. Very nice, very peaceful.
Und so ganz nebenbei konnten wir auch schon einen kleinen Streckencheck absolvieren.
Am Samstag starteten die insgesamt 180 10km-Schwimmer ab 9:00 Uhr in drei Wellen. Wir waren in der letzten Welle um 09:10 Uhr dran. Dafür ging es über einen Ponton ins ca. 19 Grad kalte Wasser. Jepp, langer Neo war eine sehr gute Idee. Das hatte ich bereits am Vorabend bemerkt, als ich noch blauäugig meinen Neo ohne Arm trug!
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achdem wir ca. 500m im Innenhafen mit regen Schiffsverkehr schwammen, bogen wir linkerhand in den ersten Kanal mit ruhigerem Wasser und zahlreichen Brücken ein, weiter in den nächsten Kanal mit vielen Bootsliegeplätzen und erst beim letzten Abbiegen aus dem Frederiksholmskanal wieder zurück in den belebten Innenhafen.
Ziel war nach 5 Runden die zweite Plattform mit Treppen und Zielbogen am schwarzen Diamanten (dänisch königliche Bibliothek).
Und da man keine 10000m ohne Verpflegung schwimmen kann, gab es den Verpflegungspunkt bei 1000m. Dazu hatten wir alle im Vorfeld eine kleine Plastikbox mit unserer Startnummer erhalten und am Morgen mit unserer Verpflegung bestehend aus Bananen, Gels, Isodrink und Gums wieder abgegeben.
Der Verpflegungspunkt war in drei Zonen passend zur jeweiligen Starterwelle aufgeteilt. Man schwamm also in seine Zone, rief die Startnummer die Kaimauer hinauf und dann seilten die netten Helfer mit einem Eimer per Seil die Box hinunter. So konnte man sich das gewünschte Essen bzw. Trinken selbst heraus“fischen“.
Ich gebe zu, dass mir beim dritten und vierten Verpflegungsstopp das Gel durch einen Helfer geöffnet werden musste. Dazu war ich im Wasser dann nicht mehr in der Lage.
Das Wasser in Kopenhagen ist mittlerweile so sauber, dass man bis zum Grund sehen kann und die Mischung aus Fischen, Wasserpflanzen und dem in der Großstadt unvermeidlichen Müll somit hautnah erlebt.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir alle unterschiedliche Dinge während unseres Wettkampfes bemerkten. Zusammengefasst sei hier erwähnt, es befand sich mindestens ein Fahrrad in einem Kanal und unzählige Badekappen in allen Farben!
Ebenfalls ließ die beeindruckende Kulisse aus historischen Gebäuden, Schiffen jeder Bauart und zahlreichen Zuschauern während des Schwimmens keine Langeweile aufkommen.
Man hangelte sich quasi vom Start zur Einbiegung bei 500m, dann weiter zum Verpflegungsstand, weiter zu den großen Liegekähnen bis zur Einmündung in den Innenhafen und zur Zielplattform. Und das eben fünfmal. Eine gute Gedächtnisübung, wenn die Kraft langsam schwindet.
Nach mehr oder weniger 3 ½ Stunden war das Spektakel vorbei und ich stieg mit wackeligen Beinen die Treppe zum Zielbogen hinauf. Hier wurde man mit tosendem Applaus durch die Zuschauer aber auch die Helfer begrüßt und erhielt die Medaille um den Hals gehängt.
Als besonderes Goodie erhielten die 10000m Schwimmer einen Erinnerungshoodie. Dieser wurde dann natürlich auch voller Stolz getragen und man erkannte dadurch seinesgleichen relativ schnell in der großen Masse von fast 5.500 Startern bei diesem Event. Eine wirklich schöne Idee, wie ich finde.
Wir können festhalten, dass die Christiansborg Rundt ein perfekt organisiertes Freiwasserevent vor traumhafter Kulisse war, das Lust auf mehr bzw. Meer Freiwasserschwimmen macht und seinen Platz in den World’s Top 100 Open Water Swims der WOWSA zweifelsohne verdient hat.
